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GEOLOGIE und Paläoklima: Mein Metier im IPCC Bericht

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Ein interessanter Aspekt des #IPCCReports ist, dass er nicht nur Beobachtungen und Modelle zur Information über den Klimawandel heranzieht, sondern auch GEOLOGIE in Form von Paläoklima.

Paläoklima ist mein Metier (!), also ganz natürlich.

Erstens: Was ist Paläoklima? Es ist die Untersuchung vergangener Klimaveränderungen über mehrere Zeitskalen hinweg. Das kann Hunderte oder Millionen von Jahren zurückliegen. Wie machen wir das? Wir messen Dinge in natürlichen Archiven vergangener Klimaveränderungen.

Bei den Archiven kann es sich um Baumringe (jährlich), Eiskerne (Tausende von Jahren), tiefe marine Sedimentkerne (Hunderte bis Millionen von Jahren) oder Gestein (Milliarden von Jahren) handeln. Sie alle haben ihre eigenen Stärken, aber zusammen erweitern sie unsere Aufzeichnungen über das Klima der Vergangenheit um Größenordnungen.

Was können wir daraus lernen? Zunächst einmal wissen wir aus Eisbohrkernen, dass die derzeitigen Treibhausgaskonzentrationen mit Sicherheit die höchsten seit 800.000 Jahren sind.

Aber wir können es noch besser machen. Mithilfe chemischer Messungen an Foraminiferenschalen können wir die Aufzeichnung von CO2 (mit Unterbrechungen) mehrere Millionen Jahre zurückverfolgen. Demnach wurden 400 ppm nicht mehr vor 2 Millionen Jahren, im Pliozän, gemessen.

Was sind Foraminiferen und borhaltige Isotope? Das ist ein ganz anderes Thema, aber Sie können hier nachlesen, wie wir CO2 in der tiefen Vergangenheit messen können: https://paleo-co2.org.

Das Paläoklima liefert uns auch globale Temperaturschätzungen über die instrumentelle Ära hinaus. Hier ist die Grafik aus der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Die heutigen Temperaturen sind die höchsten seit 2.000 Jahren.

Der #IPCCReport geht noch weiter und sagt, dass es das letzte Mal vor 125.000 Jahren so warm war wie heute, während der letzten Zwischeneiszeit (Eem), eingekreist in dieser Grafik (diese Grafik stammt nicht vom IPCC, ist aber fast identisch mit einer Abbildung in Kapitel 2 und IMO leichter zu lesen)

Was ist mit Dingen jenseits von Temperatur und CO2? Zum Beispiel Wasser? Ich habe diese Abbildung in einem früheren Thread gezeigt. Hier verwenden wir die Niederschlagsmuster während der Jüngeren Dryas, um zu verstehen, wie die AMOC den Wasserkreislauf beeinflusst.

Das Paläoklima trägt auch dazu bei, einzugrenzen, wie empfindlich die Erde auf Veränderungen des CO2 reagiert, eine Kennzahl, die als Klimasensitivität bezeichnet wird. Indem wir sowohl die Temperatur als auch das CO2 für einen bestimmten Zeitraum in der Vergangenheit messen, können wir die Empfindlichkeit berechnen und sie mit anderen Schätzungen kombinieren.

Die Klimaentwicklung in der Vergangenheit lässt darauf schließen, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Klimasensitivität unter 2°C oder über 5°C liegt (dies ist der Betrag der Temperaturänderung pro CO2-Verdoppelung), und trägt somit zu unserem größeren Vertrauen in diese wichtige Messgröße bei.

Schamlose Werbung! Meine Forschungsgruppe hat dazu beigetragen, indem sie letztes Jahr eine neue Schätzung der Abkühlung und der Klimaempfindlichkeit während der letzten Eiszeit veröffentlicht hat.

Was ist die Zukunft des Paläoklimas? Wir müssen mehr darüber wissen, wie sich der Wasserkreislauf, die jahreszeitlichen Veränderungen und die Extreme in verschiedenen Klimazonen verändern, was uns helfen wird, den Unsicherheitsbereich für die Zukunft zu verringern.

Weitere Informationen finden Sie in einem Übersichtsartikel, den eine Gruppe von uns verfasst hat. Und bleiben Sie dran für weitere spannende Paläoklimaforschung!

Quellen/Original/Links:
https://twitter.com/leafwax/status/1425591264049733633

Übersetzung:
https://www.deepl.com/de

Paleoklimatologin
Jessica Tierney

Jessica Tierney

Herzlich willkommen! Ich bin Dr. Jessica Tierney, eine außerordentliche Professorin an der Universität von Arizona. Ich untersuche vergangene Klimaveränderungen (Paläoklimatologie), um zu erfahren, wie das Erdsystem funktioniert und was die Zukunft bringt. Meine Forschungsgruppe konzentriert sich auf die Untersuchung vergangener Klimazonen auf verschiedenen Zeitskalen, wobei organisch-geochemische Techniken und statistische Klimarekonstruktion zum Einsatz kommen. Ich bin… Weiterlesen »Jessica Tierney