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Visuelle Darstellungen von Spaß in der Sonne stellen die Risiken einer Hitzewelle in europäischen Zeitungen falsch dar

6 Mai, 2022
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Unser Artikel ist jetzt als Vorabdruck veröffentlicht:

https://osf.io/preprints/socarxiv/wf9rx/


Die Kommunikation über die #Hitzewelle ist ein wichtiger Bestandteil einer wirksamen Anpassung. Nachrichtenmedien spielen eine Schlüsselrolle dabei, wie wir denken und fühlen.

Während es ++ Forschung zu textlichen Mediendarstellungen gibt, gibt es weit weniger zu visuellen Darstellungen. Visuelle Darstellungen spielen jedoch eine Schlüsselrolle in der Kommunikation!


Wir haben die Medienberichterstattung (Text und Bild) aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland im Sommer 2019 untersucht. Wichtig war, dass es sich um Nachrichten handelte, die BEIDE Schlagwörter #Hitzewelle und #Klimawandel enthielten.

Unser detailliertes Codebuch und die Anweisungen für die Codierer finden Sie in Supp Info


Viele Bilder waren positiv bewertet (Hitzewellen = Spaß/freudig) – eine auffällige visuelle Gestaltung von Hitzewellen als “Spaß in der Sonne”. In allen Ländern zeigten die meisten Bilder Menschen, die sich im/am Wasser amüsierten. Im Gegensatz dazu wurden Artikeltexte nur selten mit einer positiven Wertung versehen


Die häufigste Art von Bildern in allen Ländern waren Fotos von Menschen, die sich im oder am Wasser vergnügen.

(Das Bild unten zeigt alle Bilder für den Code “Spaß in der Sonne”, von allen Valenztypen, aber selbst hier kann man sehen, dass die meisten Bilder mit + Valenz im/am Wasser sind).


Wir fanden einen weiteren prominenten visuellen Diskurs, die “Idee der Hitze”. Zwar wurde damit eine gewisse Vorstellung von Hitze und Gefahr dargestellt (z. B. “gefährlich heiße” rote/orange Farben, helle Sonnenstrahlen), aber Menschen waren weitgehend abwesend (und wenn sie gezeigt wurden, waren sie entpersonalisiert – man konnte keine Gesichter sehen usw.)


Die Diskrepanz zwischen Artikeltexten und Bildern kann sehr groß sein.

Wir fanden Beispiele für Schlagzeilen, in denen von beispielloser Hitze, gefährdeten Menschen und sogar Todesfällen durch die Hitzewelle die Rede war… neben “Urlaubsbildern”. Alle Bilder, die die unten stehenden Balken ausfüllen, begleiteten diese Art von Artikeln.


Die derzeitige visuelle Darstellung von Hitzewellen ist in zweierlei Hinsicht problematisch:

  1. Durch die Verdrängung des Themas der Anfälligkeit werden die Erfahrungen der von Hitzewellen Betroffenen an den Rand gedrängt.
  2. Diese visuellen Diskurse schließen Möglichkeiten aus, sich eine widerstandsfähigere Zukunft vorzustellen.

Aber – es gibt den Journalismus der neuen Lösungen!

@ADnl macht etwas anderes und Interessantes. Anstatt z.B. Familien an einem sonnigen Tag vor einem Eiswagen zu zeigen, haben sie ältere Bewohner eines Pflegeheims beim Eisessen gezeigt (weitere Beispiele in unserer Zeitung).


Wir hoffen, dass dieses Papier Teil der sich schnell entwickelnden Diskussion über #VisComm #Hitzewellen #Klimawandel #Medien #Journalismus ist (wir erörtern Hindernisse und Möglichkeiten in unserem Papier). Es liegt an uns allen, visuelle Darstellungen von Hitzewellen und ihren ungleichen Auswirkungen kritisch zu hinterfragen.

Quellen/Original/Links:
https://twitter.com/SaffronJONeill

Übersetzung:
https://www.deepl.com/

Geographin, Klimaforscherin
Saffron O'Neill

Saffron O’Neill

Ich bin außerordentliche Professorin für Geographie an der Universität von Exeter, UK. In meiner Forschung beschäftige ich mich mit den sozialwissenschaftlichen Dimensionen der Klimavariabilität und des Klimawandels, insbesondere mit der Kommunikation und dem öffentlichen Engagement. Mein Forschungsschwerpunkt ist die visuelle Kommunikation des Klimawandels. Derzeit habe ich ein Leverhulme-Forschungsstipendium zu diesem Thema mit dem Titel ‘The… Weiterlesen »Saffron O’Neill