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Wir reden nicht über das Gleiche, wenn wir über die Klimakrise sprechen

30 August, 2021
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Beim #Triell haben wir das gleiche Problem gesehen, wie im gesamten Wahlkampf vorher & einem Großteil der Berichterstattung dazu:

Deswegen fragen die Moderator:innen nicht, warum keine Partei einen Plan fürs 1,5-Grad-Limit hat. Deswegen wundert sich niemand, welche Zukunft Scholz herbeifantasiert, in der junge Menschen den Luxus haben, sich um ihre Rente in 50 Jahren Sorgen zu machen.

Deswegen ist ernsthaft die Rede von “Verzichtsideologie”.

Deswegen fragt niemand, wie man innerhalb von 7 Jahren CO2-Restbudget völlig neue Lösungen erfinden (Innovation!!) UND global implementieren will.

Deswegen kommt die (berechtigte, aber auch anders formulierbare) Frage nach den Kosten für Klimaschutz ohne den Verweis, dass die Kosten des bisher verschleppten Klimaschutzes schon heute massiv sind. Dass Tote, Waldsterben, zerstörte Zuhause monetär gar nicht zu beziffern sind.

Baerbock versucht vieles von dem anzusprechen, wie überzeugend und verständlich das für Wähler:innen ist, die sich nicht eh schon sehr gut mit der Thematik auskennen – da bin ich pessimistisch.

In der Debatte ist die #Klimakrise ein Thema neben vielen, das #Artensterben wird gar nicht erst erwähnt.

Es gibt bisher kein ausreichendes politisches, mediales und gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass diese Krisen unser Leben an sich infrage stellen.

Dass wir nur noch ein sehr kleines Zeitfenster haben, um diese lebensbedrohenden Krisen effektiv einzudämmen. Dass es massive gesellschaftl. Transformationen dafür braucht, schon innerhalb der nächsten 4 Jahre.

Und dass die weit über die Frage hinausgehen: Ostee oder Mallorca?

Auch hier: Anstatt die Klima-Tauglichkeit der Programme & Relevanz der Wahl einzuordnen, wird den Zuschauer:innen überlassen zu urteilen, wen sie am besten fanden.

Und dann wählt man halt SPD, wenn man Laschet aufbrausend & Baerbock irgendwie doof fand…

Quellen/Original/Links:
https://twitter.com/SaraSchurmann/status/1432085387913142279

Journalistin - versucht die Klimakrise und Lösungen zu erklären
Sara Schurmann

Sara Schurmann

Sara Schurmann absolvierte die Henri-Nannen-Schule und arbeitet seit zehn Jahren als Journalistin, unter anderem für den „Tagesspiegel“, „Gruner+Jahr“, „Vice“ und „Zeit Online“. Zuletzt war sie Redaktionsleiterin des Klima- und Nachhaltigkeitsformates OZON von funk. 2018 wählte sie das „Medium Magazin“ unter die Top 30 bis 30. Sie beschäftigt sich schon länger intensiv mit der Klimakrise. Mit… Weiterlesen »Sara Schurmann