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Kevin Anderson

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Kevin Anderson ist ein britischer Maschinenbauingenieur und Klimaforscher. Er hat u. a. eine Professur für Energie und Klimawandel an der Universität Manchester und ist stellvertretender Direktor des Tyndall Centre for Climate Change Research.

Anderson hat die Projektionen des Weltklimarats zur zukünftigen globalen Erwärmung analysiert und hält sie für grob überoptimistich. Von den 400 Szenarien, unter denen eine mindestens 50%ige Chance besteht, dass das Zwei-Grad-Ziel erreicht wird, beziehen 334 die umfangreiche Anwendung von Technologien mit negativen Emissionen (Entzug von CO2 aus der Erdatmosphäre mittels Geoengineering) in die Berechnung mit ein. Bei den 56 restlichen Szenarien hatten die CO2-Emissionen ihren Höhepunkt um das Jahr 2010. Er hält die Aussagen des Weltklimarats für unrealistisch, dass die Bemühungen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, das Wirtschaftswachstum nicht wesentlich beeinflussen. Wohlhabende Individuen mit hohen CO2-Emissionen werden seiner Einschätzung nach ihren Energieverbrauch und Konsum materieller Güter erheblich einschränken und sofortige und fundamentale Änderungen ihres Lebensstils akzeptieren müssen – zumindest bis die Transformation weg von fossilen Energien komplett vollzogen ist.[4]

Anderson geht nicht davon aus, dass sich die Klimakrise noch innerhalb des kapitalistischen Regelsystems lösen lässt. So sagte er im Jahr 2013 einmal: „Vielleicht wäre die Beschränkung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad zur Zeit des Erdgipfels von Rio 1992 oder sogar noch um die Jahrtausendwende mittels gradueller Anpassungen innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Hegemonie erreichbar gewesen. Aber der Klimawandel ist ein sich verstärkendes Phänomen! Heute, im Jahr 2013, hat sich die Aussicht für postindustrielle Nationen mit hohem CO2-Ausstoß radikal geändert. Unser fortgesetzter, kollektiv-verschwenderischer Umgang mit CO2 hat alle Chancen auf einen ‚graduellen Wandel‘ zunichtegemacht. Heute, nach zwei Jahrzehnten Bluff und Lügen, verlangt das übrig gebliebene CO2-Budget nach einer revolutionären Veränderung der politischen und ökonomischen Vorherrschaft.“[5]

Anderson ist nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2004 nicht mehr mit dem Flugzeug geflogen.[6] Er äußerte wiederholt, dass aufgrund der hohen CO2-Emissionen des Flugverkehrs Klimawissenschaftler diesbezüglich ein Vorbild sein sollten.[7][8]

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gab 2019 in einem Interview die Prüfung der von ihr verfassten Reden durch Klimatologen wie Kevin Anderson und Glen Peters auf Richtigkeit und Präzision an.[9]

Quellen/Original/Links:
https://twitter.com/KevinClimate
https://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_Anderson_(Klimatologe)

Übersetzung:
https://www.deepl.com/en/translator

STUDIE / FACHARTIKEL

Drei Jahrzehnte Klimawandel: Warum haben wir die globale Emissionskurve nicht gebogen?

Publiziert: 1. Oktober, 2021

Kurzfassung Trotz drei Jahrzehnten politischer Bemühungen und einer Fülle von Forschungsergebnissen über die Ursachen und katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels sind die weltweiten Kohlendioxidemissionen weiter angestiegen und liegen heute 60% höher als 1990. Die Untersuchung dieses Anstiegs durch neun Themenbereiche – Klimagovernance, Industrie für fossile Brennstoffe, Geopolitik, Wirtschaft, Modellierung von Abhilfemaßnahmen, Energiesysteme, Ungleichheit, Lebensstile und soziale… Weiterlesen »Drei Jahrzehnte Klimawandel: Warum haben wir die globale Emissionskurve nicht gebogen?